Benzodiazepine als „Aftercare” oder „Comedown-Hilfe” sind in Konsumkreisen verbreitet — und einer der Wege in problematischen Konsum.
Pharmakologisch:
- Benzodiazepine wirken über GABA-A-Rezeptoren — gleicher Mechanismus wie Alkohol und GHB
- Toleranz entwickelt sich schnell (wenige Wochen)
- Körperliche Abhängigkeit kann nach 4–8 Wochen täglicher Einnahme auftreten
- Entzug ist GABA-Entzug — Krampfanfälle, Delir, Angst, Schlaflosigkeit
Recreational riskanter als pharmazeutisch:
- Designer-Benzos ohne Zulassung haben unvorhersehbare Wirkstärken
- Illegal beschaffte Tabletten sind oft falsch dosiert oder gefälscht
- Mischkonsum mit Alkohol, GHB oder Opioiden ist die häufigste Ursache für Atemdepressions-Notfälle
Niedrigschwellige Aftercare-Alternativen (wissenschaftlich nicht klar belegt, aber konsens-basiert):
- Kühle, dunkle Umgebung, Ruhe
- Leichte Mahlzeit (Bananen, Brot, Joghurt)
- Magnesium und Vitamin C (für Stimulanzien-Comedown)
- Cannabis in moderater Dosis (für Personen ohne Cannabis-Paranoia)
- Schlaf priorisieren — auch wenn unvollständig
Bei wiederholtem Benzo-Bedarf: das ist ein Hinweis auf problematischen Stimulanzien-Konsum, nicht auf einen „Aftercare-Bedarf”. Beratung über DROBS, Eclipse e.V. oder ärztliche Suchthilfe.