Die europäische Opioid-Krise verläuft anders als die nordamerikanische — bislang ohne breit verfügbare Pharma-Opioide als Einstieg. Aber: synthetische Opioide aus Online-Quellen (oft chinesische oder indische Lieferketten) sind seit 2020 zunehmend präsent.
Was im aktuellen Markt zu finden ist:
- Nitazene (Isotonitazen, Etonitazen, Metonitazen): bis zu 1000× stärker als Morphin, oft in vermeintlichem Heroin oder gefälschten „Oxycontin”-Tabletten
- Fentanyl-Beimengungen in Heroin
- Tilidin- und Tramadol-Missbrauch mit Mischkonsum-Risiken
- Online verkaufte „Schmerzmittel” unklarer Identität
Schutzmaßnahmen:
- Naloxon-Nasenspray (Nyxoid, seit 2024 OTC in Apotheken). Bei Verdacht auf Opioid-Konsum oder im Umfeld solcher Konsument:innen vorhalten.
- Drug-Checking in Berlin: drugchecking.berlin (vista, Schwulenberatung, Fixpunkt) und Eclipse e.V. Bei jedem neuen Stoff testen lassen.
- Niemals alleine Opioide konsumieren — Atemdepression ist die Haupttodesursache.
- Fentanyl-Teststreifen als Zusatzcheck (nicht zuverlässig für Nitazene, aber sinnvoll für Heroin).
Die naive Annahme „Fentanyl gibt’s hier nicht” hat in den letzten Jahren zu mehreren Todesfällen in deutschen Großstädten geführt.