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Mythos

„GHB ist mit Deckelfüllung gut dosierbar."

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Inhalt liegt zur medizinisch-juristischen Prüfung. Anpassungen möglich.

Was dahinter steckt

Der Mythos kommt aus den Anfangstagen des GHB-Konsums in europäischen Clubszenen — vor klar standardisierten Dosierungs-Verfahren. Eine Deckelfüllung war intuitiv und 'im Gefühl".

Was wirklich stimmt

  • Deckelfüllungen variieren je nach Flaschen- und Deckelform um den Faktor 2–3 — eine Espresso-Kappe enthält andere Mengen als eine Sportgetränk-Kappe.
  • GHB hat eine sehr enge therapeutische Breite: Wirkdosis und Atemdepressions-Dosis liegen oft nur Faktor 2–4 auseinander.
  • GBL ist als Vorstufe noch konzentrierter und wirkt schneller — Deckelfüllung von GBL kann tödlich sein.

Was daraus folgt

GHB und GBL ausschließlich mit Pipette oder Spritze (in mg/ml umgerechnet) dosieren. Nie nach Augenmaß, nie nach Deckelvolumen, nie aus fremden Flaschen ohne bekannte Konzentration.

GHB-Notfälle sind in Berlin klinisch dokumentiert und gehen in den meisten Fällen auf Dosierungsfehler zurück, nicht auf Mischkonsum allein. Eine standardisierte Pipette oder Spritze ist niedrigschwellig verfügbar und der einzige verantwortbare Ansatz.

Praktisches Setup:

  • Konzentration der Flasche kennen oder testen lassen (Drug-Checking via drugchecking.berlin oder Eclipse e.V.)
  • 1 ml Pipette mit klarer Skala
  • Maximaldosis und Mindestabstand zwischen Dosen aufschreiben oder in App führen
  • Nicht aus geteilten Flaschen ohne Markierung dosieren

Wer den „Deckel-Mythos” weiter aufrechterhält, dosiert russisch Roulette — auch erfahrene Konsument:innen sterben daran.

Quellen

  • EUDA Drug Profile GHB
  • TripSit Factsheet GHB / GBL
  • Klinisch dokumentierte G-Lock-Tote in Berliner Notaufnahmen (Eclipse e.V., DROBS)