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Mythos

„Psychedelika sind per se körperlich ungefährlich, also notfallfrei."

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Inhalt liegt zur medizinisch-juristischen Prüfung. Anpassungen möglich.

Was dahinter steckt

Klassische Psychedelika (LSD, Psilocybin, Mescalin, DMT) haben tatsächlich ein günstiges körperliches Sicherheitsprofil im Vergleich zu vielen anderen Substanzen. Daraus entsteht der Mythos, dass keine Notfälle möglich seien — was nicht stimmt.

Was wirklich stimmt

  • Bad Trips können in akute psychische Krisen mit Eigen- oder Fremdgefährdung übergehen.
  • Psychotische Episoden bei Psychedelika sind dokumentiert — vor allem bei familiärer Vorbelastung oder Cannabis-Mischkonsum.
  • Verletzungen durch Sturz, Verkehr oder unkontrollierte Bewegungen unter Psychedelika sind reale Notfälle.
  • Mischkonsum mit Lithium oder anderen Psychopharmaka ist klinisch riskant (siehe Cluster psychedelics-lithium, psychedelics-ssri).
  • Akute kardiovaskuläre Komplikationen sind selten, aber bei Vorbelastung und hoher Dosis möglich.

Was daraus folgt

Körperlich relativ sicher heißt nicht notfallfrei. Bad Trips, Psychosen, Stürze und Mischkonsum-Komplikationen sind reale Notfall-Szenarien. Trip-Sitting, Set & Setting und Awareness sind Pflicht.

Psychedelika werden in Wissenschaft und Harm-Reduction als „körperlich relativ sicher” eingeordnet — das ist evidenzbasiert. Daraus folgt aber nicht, dass keine Notfälle entstehen können.

Reale Notfall-Konstellationen mit Psychedelika:

  • Bad Trip mit Selbst- oder Fremdgefährdung — Sprung aus Fenster, Auto vor die Tür, Selbstverletzung
  • Psychotische Episode — anhaltend, auch nach Wirkungs-Ende
  • Sturzverletzung, Verkehrsunfall durch verzerrte Wahrnehmung
  • Hyperthermie bei DOI/DOC und einigen NBOMes
  • Serotonin-Syndrom bei Mischkonsum mit MAO-Hemmern
  • Krampfanfall bei Mischkonsum mit Lithium

Praktische Konsequenzen:

  • Set & Setting ist nicht „nice to have” — sondern die zentrale Sicherheitsmaßnahme
  • Trip-Sitting durch erfahrene, nüchterne Person ist bei höheren Dosen Pflicht
  • Niedrige Einstiegsdosen bei unbekannter Substanz oder neuem Setting
  • Drug-Checking — gerade bei Tabletten oder Pulvern, die als „LSD” verkauft werden (häufig sind tatsächlich NBOMes oder DO-Substanzen mit anderem Profil)

Bei akuter psychischer Krise: siehe Notfall-Szenarien panic-crisis und psychotic-episode. Bei Selbst-/Fremdgefährdung: 112 oder Berliner Krisendienst.

Quellen

  • Nichols, Psychedelics Pharmacology Review
  • TripSit Bad Trip Resource
  • EUDA Drug Profile LSD / Psilocybin