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Mythos

„Wenn es sich gut anfühlt, kann ich nach einer Stunde nachlegen."

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Inhalt liegt zur medizinisch-juristischen Prüfung. Anpassungen möglich.

Was dahinter steckt

Im Comedown-Gefühl wirkt Nachlegen wie eine logische Antwort — die Wirkung lässt nach, eine zweite Dosis bringt sie zurück. Pharmakokinetisch ist das oft falsch.

Was wirklich stimmt

  • Bei MDMA, Kokain und Cathinonen akkumuliert die Substanz im Körper — die zweite Dosis trifft auf einen noch belasteten Stoffwechsel.
  • Toleranz baut sich subjektiv schneller auf als Plasmaspiegel sinken — Nachlegen erhöht Risiko ohne entsprechenden Wirkgewinn.
  • Bei MDMA ist die zweite Dosis statistisch mit höherer Hyperthermie-, Hyponatriämie- und Serotonin-Syndrom-Inzidenz verbunden.

Was daraus folgt

Bei Substanzen mit kumulativer Toxizität (MDMA, Kokain, Cathinone, GHB) keine zweite Dosis nachlegen. Wenn überhaupt, dann maximal halbe Erstdosis und mit langem Abstand.

Das Konzept „Redosing” hat sich als pauschale Faustregel etabliert, ohne dass die pharmakokinetischen Konsequenzen kommuniziert werden. Spezifisch:

  • MDMA: Halbwertszeit 6–9 h. Die zweite Dosis nach 1 Stunde bedeutet, dass beide Plasmaspiegel sich addieren. Hyperthermie- und Hyponatriämie-Risiko steigt deutlich.
  • Kokain: Halbwertszeit 1 h, schnelle Toleranz, hohe Versuchung zum Binge. Kardiale Risiken kumulieren.
  • GHB: Halbwertszeit 30 min, extrem enges Fenster, Nachlegen ohne klare Pause ist eine der häufigsten Notfall-Ursachen.
  • Cathinone (3-MMC, 4-MMC): kurze Halbwertszeit, Binge-Verlauf typisch, kardiale und psychische Komplikationen.

Klassische Konsumberatung empfiehlt: eine Dosis pro Konsumgelegenheit, klare Pause zur nächsten Konsumgelegenheit (mindestens Wochen). Wenn doch nachgelegt wird: kleinere Dosis, langer Abstand, Awareness für eigene körperliche Reaktion.

Quellen

  • EUDA-Reviews zu MDMA-Toxizität
  • TripSit Redosing Guide
  • Drugcom Faktencheck MDMA